Tuesday, 23. march 2010 2 23 /03 /März /2010 23:59

Am Wochenende war  ich  seit über  einem Jahr mal wieder mit Freunden auf einer Party. Nicht nur dass es sich gelohnt hat, alle mal wieder zu sehen und  mit ihnen richtig zu feiern, es war ein total schöner  Abend. Schön, weil Tim dabei war und  unsere Freunde sich darüber ehrlich freuten . Schön aber auch, weil ich zum ersten Mal seit vielen Monaten wieder das Gefühl hatte, zu wissen, wo ich hin gehöre. Wenn ich nicht sicher war,  wie es weiter geht, jetzt ist es mir schon  klar geworden. Nach dem dritten Glas Wein habe ich mich mal wieder richtig verliebt. Das ist bei mir mit Alkohol leider fast schon normal. Da werde ich anhänglich. Ein Grund, weshalb ich in fremder Umgebung nie übermäßig trinke.

Am Samstag war es trotzdem das Beste, was ich machen konnte. Schließlich fiel ich ja nicht in mir unbekannte Arme sondern genau in die Arme, von denen ich monatelang dachte, sie könnten mich nie wieder halten. Dabei haben sie nur auf ein Zeichen von mir gewartet. Ich hatte wohl den Eindruck erweckt sehr stark geworden zu sein. Zu viel Fürsorge und nichts gefordert. Wieder einmal habe ich etwas dazugelernt: Nur Reden beseitigt alle Zweifel und schafft  Klarheit. Diese Erkenntnis hatte ich erst am Morgen danach. An dem Abend hatte so viel Spaß, war alles so unbeschwert, wie lange nicht mehr.

Es ist schon ein sehr komisches Gefühl auf zu wachen und die Welt sieht ganz anders aus, obwohl sich ja eigentlich nicht sehr viel verändert hat. Ich hatte sie nur falsch eingeschätzt.
Das Leben ist mit einem klaren Ziel vor Augen viel schöner, soviel steht schon mal fest.

Jetzt sind wir für eine Woche nach Dänemark gefahren.. Welche Ironie. Genau an den Ort, an dem ich schon einmal dieses wahnsinnige Gefühl hatte, verliebt zu sein.

Die Hinfahrt war stressfrei. Mit dem neuen Auto durften wir nicht so schnell fahren und in Dänemark darf man wegen dem Tempolimit auch nur 130 fahren. Mein Testurteil über den neuen Ford C-Max: Man sitzt gut drin, es fährt sich gut damit und die Stimme aus dem Navigationsgerät gefällt mir nicht. Ich war immer ein guter Beifahrer, der die Karten lesen konnte und jetzt ist man so ganz ohne Beschäftigung. Ich bin auch ziemlich schnell eingeschlafen und erst kurz vor Kiel wieder aufgewacht. Da hatte ich Tim abgelöst und bin bis Rodhus durchgefahren.

Rodhus liegt in Dänemark, ganz oben an der See, ist ein Naturschutzgebiet mit Heideflächen und wunderschönen Dünen. Hier haben meine Eltern vor zehn oder elf Jahren ein Ferienhaus in einer Ferienanlage gekauft, das die meiste Zeit vermietet ist. Um diese Jahreszeit ist es aber trostlos langweilig Es ist alles sehr vertraut für mich. In meiner Kindheit haben wir die Sommerferien hier verbracht. Hier hatte ich Tim kennen gelernt, hatte meine erste Gitarre strapaziert und Tauchen gelernt.. Wenn man es so will, ist Rodhus für mich die wichtigste Station in meinem Leben. Heute stehen da viel mehr Häuser und alles ist auf Tourismus ausgelegt.<

Das Haus meiner Eltern habe ich über sechs Jahren nicht mehr betreten, ich weiß nicht mal ob es ihnen noch gehört. Jetzt haben wir das Ferienhaus neben dem meiner Eltern gemietet, das auch leer steht. Fast alle anderen Häuser stehen gerade leer und warten auf die Urlauber

Unser Ferienhaus liegt fast am Strand aber in dieser Jahreszeit ist das unerheblich. Man kann sowieso nur warm angezogen spazieren gehen. Dafür gibt es ein tolles Erlebnisbad , mit Whirlpool und einer Saunalandschaft. Wir werden bestimmt öfter da sein. Endlich kann ich wieder mehr schwimmen. Tim hat vor, nach den Semesterferien sein Studium wieder aufzunehmen und will ein bisschen lernen.

Die Zeit, in der Tim lernt, werde ich nutzen um die vielen Bilder aus den letzten Monaten zu sortieren und an der Korrektur für mein Buch zu arbeiten. Irrsinn was ich da alles ändern soll. Der Verlag meinte, ich müsse mich entscheiden, ob ich im Plusquamperfekt oder Präteritum schreiben will. Da musste ich selbst erstmal gucken, was sie damit genau meinten. Ich habe mich dann für das Präteritum als Aspektdifferenzierung entschieden. Irritiert mich aber trotzdem, denn manche Sachen schrieb ich ja im Präsens. Mal sehen, wie sich das danach noch liest. So richtig gefällt mir das, was ein Lektor jetzt gemacht hat, auch nicht. Da fand ich meine wirre Fassung einfach besser.

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