Tuesday, 27. april 2010
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19:43
Wenn am Donnerstag um 13:30 meine American Airline Maschine in Düsseldorf abhebt, werde ich wieder etwas kribbelig sein. Erstens, weil ich über 30 Stunden unterwegs sein werde, was schon sehr
stressig ist.4 Stunden Aufenthalt in Heathrow. Das reicht kaum aus für einen kleinen Bummel durch London. Danach habe ich dann in New York eine Übernachtung und fliege am Freitag morgens um 9 Uhr
(New Yorker Zeit) vom Kennedy Airport ab um dann endlich mittags um 13 Uhr in Port-au-Prince zu landen. Zweitens, weil ich nicht so genau weiß, was mich alles erwartet und was sich seit meinem
letzten Aufenthalt verändert hat.
Ich freue mich inzwischen trotzdem, auch wenn die Regenzeit nicht so angenehm ist und mit heftigen Stürmen zu rechnen ist. Mich beunruhigt das etwas, da wir diesmal auf einem im Hafen vor Anker
liegenden Kabinenschiff „Sea Voyager„ untergebracht sind. Es hatte große Aufregung darüber gegeben, dass die UN 2 Schiffe für die Mitarbeiter gechartert hat, während die Haitianer in Zelten
schlafen. Ich finde diese Kritik nicht angebracht. Wir arbeiten dort zwischen 12 und 15 Stunden am Tag. In den Wochen nach dem Erdbeben haben wir in Mannschaftszelten auf dem Flugplatz
geschlafen. Wer das über mehrere Wochen mitgemacht hat, der weiß genau, dass man damit sehr schnell an seine psychischen Grenzen stößt. Es gibt in der ganzen Stadt keine festen Unterkünfte für UN
Mitarbeiter, keine Hotels und nur einige Camps. Unter diesen Umständen ist es wenigstens ein kleines bisschen erträglicher, wenn jeder eine kleine Kabine und etwas Privatsphäre hat. Dafür müssen
wir allerdings auch bezahlen. Die Übernachtung kostet rund 30 Euro am Tag, die wir von unserem Gehalt abgezogen bekommen. Aber so sind wir wenigstens nicht ganz so gestresst und könne effektiver
arbeiten. Was ich genau machen werde, entscheidet sich erst, wenn ich da bin. Da ich aber in der Organisation ausgebildet wurde und auch weiter ausgebildet werdet, denke ich, es wird wieder die
Koordination der einzelnen Hilfsmaßnahmen sein.
Deutschland hat mir sehr gut getan. Ich bin wieder voller Energie und habe die letzten Wochen auch wirklich genossen. Zwischen Partys feiern, Rasen mähen und Gartenarbeit konnte ich auch viel
Musik machen, habe jetzt auch einige meiner Werke bei Lastfm online gestellt und warte auf die große Karriere ;-)
Sonst habe ich mit Tim sehr viel unternommen. Wir waren sehr oft schwimmen, 2 Mal in Zandvoort zum Kaffee trinken, eine Woche in Dänemark im Urlaub und ich habe wieder angefangen etwas für den
Marathon zu trainieren, den ich in diesem Jahr aber auch nicht mitlaufen kann. Wahrscheinlich auch ganz gut, denn mit Zeiten von 3 Stunden kann man sowieso nichts gewinnen. Bis Mitte Juni bin ich
jetzt erst einmal unterwegs und ich habe keine Ahnung, ob es auf dem Schiff jetzt auch Internet außerhalb des Dienstnetzes gibt und wenn ja, ob es nicht irre teuer ist. Aber in Port-au-Prince
gibt es einige Internetshops, die hoffentlich wieder funktionieren. Dann kann ich auch mal sporadisch von unterwegs berichten.
In diesem Sinne wünsche ich euch eine schöne Zeit und freue mich hoffentlich bald wieder online zu sein.