Wednesday, 10. march 2010 3 10 /03 /März /2010 04:21
Morgen ist mein (vorerst) letzter Tag in New York. Heute war die Trauerfeier mit den Angehörigen der 101 UN-Mitarbeiter, die bei dem Erdbeben in Haiti ums Leben kamen. Es waren bewegende Momente. Für die Mitarbeiter in aller Welt, die nicht dabei waren, wurde die Zeremonie über ein Live Webcast übertragen mit einer Schweigeminute. Wie die Bilder von dem Erdbeben über eine große Leinwand übertragen wurden, auf der auch die Namen der Toten mit Bildern zu sehen waren, kamen wieder die Erinnerung so nah, als wäre es gestern gewesen.


Der Generalsekretär wies darauf hin, dass alle diese Menschen noch leben könnten, wenn sie sich nicht entschlossen hätten in den Dienst der Vereinten Nationen zu treten und statt dessen ein Leben mit ihren Familien in der Heimat zu führen. Dieses Risiko kann man leider nicht ausschließen, es kann jeden von uns jeden Tag treffen. Nicht nur bei Erbeben, auch bei ganz normalen Friedenseinsätzen. 2009 wurden 35 UN Mitarbeiter von Rebellen oder Straßenräubern im Einsatz getötet. Aber es kann jeden anderen auch treffen. Auch bei Autounfällen oder anderen Katastrophen.Trotzdem ist es in so einem Moment kein Trost, besonders nicht für die Angehörigen.

Ich werde mit gemischten Gefühlen abreisen, die Kollegen meines Lehrgangs vielleicht irgendwann irgendwo wiedersehen oder mit ihnen über unser Netzwerk Kontakt halten. Der gesamte Lehrgang wurde durch den Noteinsatz auf ein Mindestmaß beschränkt. Dafür habe ich ein Kilo mehr in meinem Gepäck mit Handbüchern, in denen alles bis ins kleinste Details aufgeführt ist. Solange ich meine Zukunft nicht geregelt habe, bin ich dem stand-by Team der UNDAC zugeordnet und meine Basis ist offiziell Genf. Ich habe jetzt bis Mitte des Jahres Zeit mich in Ruhe zu orientieren und muss nur für Noteinsätze zur Verfügung stehen. Viel planen kann ich dadurch nicht,denn im Notfall müssen wir innerhalb von 24 Stunden einsatzbereit sein. Aber ich bekomme ja auch meine Bezüge weiter, deshalb ist es schon okay. Normal arbeiteten die Mitarbeiter des stand-by Teams in anderen Projekten und werden im Notfall einfach abgezogen. Wenn man einen größeren Einsatz hinter sich hat, dann kann jeder selbst entscheiden, welche Auszeit er braucht.

Jetzt mache ich mich weiter daran meine Sachen zu packen. Morgen früh wird das Gepäck abgeholt und dann werde ich nur mit meinem Rucksack noch ein wenig durch die City gehen und ein paar Geschenke kaufen. Ich hab in den letzten Monaten ne ganze Menge Geburtstage vergessen.

Mein Flug geht 0.35 a.m., also halb 6 nach deutscher Zeit. Ich komme um 4.40 p.m. an
So das war es mal in Kürze, bevor ich mein Laptop einpacke und langsam meine letzte Nacht anbricht. Ich freue mich endlich mal wieder im eigenen Bett zu liegen, Freunde zu treffen und auf ein Sonntagsfrühstück am Mittag im Bademantel :-)
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