Artikel teilen! Abschied ist ein bisschen wie sterben: 19 Mal schlafen, es erinnert mich an Weihnachten und meine Kindheit. Da wurde auch jedes Ereignis nach N ...
Schlager sind ja echt nicht so doll. Der stammt irgendwann aus den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts und trotzdem geht mir die ganze Zeit die Melodie nicht aus dem Kopf und irgendwie waren da
Textzeilen, die mir so bekannt sind. Zu doof, wenn den ganzen Tag eine Melodie im Kopf kreist und man da einen Bezug herstellt, der nur teilweise herstellbar ist. Ich hoffe das ich dieses
Ohrensausen wieder los werde. :-)
Ich hab dann lange überlegt ob ein bisschen sterben geht und komme wieder an dieses Wort „bisschen“ das eigentlich in der deutschen Sprache überflüssig ist. Entweder oder..... ein bisschen
Frieden ist kein Frieden und ein bisschen sterben ist kein Sterben. Die Schlagertexter sollten sich etwas besseres einfallen lassen. Etwas was greifbar ist. Ich hoffe ich hab den Schlagerfans
damit nicht auf die Füße getreten. War ja auch nur so ein Gedankengang über unseren unsinnigen Sprachgebrauch weil ich gerade auf dem kleinen Flughafen in Lukla sitze und auf die Maschine warte,
die mich zurück nach Kathmandu bringt.
Wenn ich hier aus dem Fenster sehe, dann summt die Melodie immer noch in meinen Ohren. Fast genau auf den Tag vor 11 Monaten pralle hier in unmittelbarer Nähe ein Flugzeug gegen eine Felswand.
Fast alle Passagiere, darunter auch ein Kollege von mir, starben. Kein bisschen, sondern für immer. Da ist für Verniedlichungen kein Platz.
Aber ich will mich nicht weiter mit der deutschen Sprache und dem schlechten Einsatz zur Verständigung untereinander beschäftigen.
Wir haben hier in den Bergen Cholera, eine Folge der mangelhaften Wasserqualität. Die Hilfsorganisationen verteilen schon Trinkwasser, aber lange nicht in ausreichendem Maß. Es gibt Tabletten zur
Wasseraufbereitung aber auch die kosten Geld und wer wählen kann zwischen satt werden und sauberem Wasser, wählt das Sattwerden.
Jetzt benötigen viele Ciproxin, ein Antibiotikum, oder die Flaschen mit WHO-ORS, eine Trinklösung die extra für solche Fälle von der WHO entwickelt wurde. Es sind die Kleinigkeiten, die das Leben so schwer machen. Erst hatten wir den H5N1 Virus der eine große Lücke in die Nahrungskette gerissen hat und immer noch im Umlauf ist, jetzt seit ein paar Wochen verstärkt Cholera. Und dann meckern manche Leute weil sie durch die Klimaanlage Schnupfen haben.
Die Sterberate ist seit 2000 kontinuierlich nach unten gegangen. Gerade liegt sie bei 8.5 pro1000 Einwohner. Natürlich wollte ich das in Vergleich zu Deutschland stellen und was stelle ich fest?
In Deutschland ist die Sterberate höher als in Nepal! Pro 1000 Einwohner starben hier 2008 10.8 Menschen. Die höchste Rate seit 10 Jahren! Hier sterben die
Menschen an Krankheiten, die in Deutschland ausgerottet sind. Was ist in Deutschland los? Werden die Menschen nicht immer älter und müsste die Sterberate da nicht nach unten gehen? Oder hab ich
hier ein Denkfehler?
Sonderbar auf welche Gedanken man kommt, nur weil man morgens mal ein Lied im Radio gehört hat!